Die Unterschiede zwischen Fitness, Bodybuilding & Krafttraining

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Nicht jeder, den du im Fitness-Studio siehst, hat die gleiche Vorstellung von Erfolg. Auch wenn alle mit Gewichten trainieren, gibt es wichtige Unterschiede zwischen Fitness, Bodybuilding und Kraftsport,

Die Ziele sind es im Wesentlichen, die den Bodybuilder vom Fitness-Sportler und Kraftsportlern unterscheiden. Aber auch in Bezug auf die erforderliche Hingabe und die Verwendung von Drogen kann man Unterschiede beobachten.

Merkmal Bodybuilding Fitness Kraftsport
Ästhetik
Sehr wichtig
Wichtig
Unwichtig
Kraft
Eher unwichtig
Eher wichtig
Sehr wichtig
Kondition
Unwichtig
Eher wichtig
Eher wichtig
Gesundheit
Eher unwichtig
Wichtig
Eher unwichtig
Wettkämpfe
Ja
Nein/Selten
Ja
Zeitaufwand
Sehr hoch
Mittel bis hoch
Hoch
Hingabe/Einsatz
Sehr hoch
Individuell
Hoch
Training
Sehr intensiv
Mäßig bis hoch
Sehr hoch
Ernährung
Extrem wichtig
Wichtig
Wichtig
Off-Season
90 % der Zeit
Nein
-
Doping
90 % dopen
80 % natural
Doping verbreitet
Professionell
Oft
Selten
Oft
Schauen wir uns nun die einzelnen Sportarten etwas genauer an.

Bodybuilding: Muskelmasse maximieren

Bodybuilder auf einer Bühne während eines Wettkampfes

Beim Bodybuilding dreht sich alles um die Maximierung der Muskelmasse am Körper. Anders als Fitness ist Bodybuilding häufig (aber nicht zwingend) mit Wettkämpfen verbunden. Um diese zu gewinnen, muss der Körper perfekt aussehen.

Das bedeutet, es darf keine offensichtlichen Schwachstellen geben, wie zum Beispiel dünne Beine im Vergleich zum Oberkörper.

Schwachstellen werden beim Bodybuilding gezielt wegtrainiert, um Symmetrie am ganzen Körper zu erreichen. Der Körper wird so zum Kunstwerk und jeder negative Einfluss auf den Muskelaufbau wird vermieden.

Das bedeutet auch, auf Alkohol, Fastfood und Süßigkeiten zu verzichten. Das ganze Leben ist auf den Sport ausgerichtet, von optimaler Ernährung und intensivem Training bis hin zu ausreichend Schlaf.

Aufgrund des enormen Zeitaufwands betreiben Bodybuilder den Sport häufig auch professionell und verdienen mit ihrer Leistung ihr Geld. Anders könnten sie sich diesen Lebensstil kaum leisten. 

Um auf der Bühne performen zu können, muss der Körperfettanteil jedoch runter auf circa 5 %. Das kann keiner das ganze Jahr über halten, weswegen die meisten Bodybuilder vor einem Wettkampf eine sehr strikte Diät durchziehen müssen. Die Ernährung eines Bodybuilders vor einem Wettkampf ist unfassbar streng.

Jeden Tag müssen errechnete Makronährstoffe und Mikronährstoffe exakt eingehalten werden. Ein Bodybuilder weiß zum Beispiel, dass er heute maximal 2500 kcal essen darf, wovon mindestens 250 g Protein und maximal 300 g Kohlenhydrate sein müssen.

Und daran hält er sich auch, denn wenn er diese Ernährungsweise nicht für eine bestimmte Anzahl an Wochen durchzieht, sieht er am Tag seines Wettkampfes einfach nicht gut genug aus.

Bodybuilder müssen in ihrer Wettkampfvorbereitung funktionieren wie eine Maschine. Sie essen nach Plan, trinken jeden Tag mehrere Liter Wasser, nehmen ihre Supplements pünktlich ein und lassen keine einzige Trainingseinheit ausfallen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass Bodybuilder kontinuierlich besser werden wollen. Bodybuilding ist eine Lebensaufgabe, für die viele sogar bereit sind, ihre Gesundheit zu riskieren. Früher oder später greifen die meisten (professionellen) Bodybuilder an einer bestimmten Stelle ihrer Kariere auch zu anabolen Steroiden, SARMs oder anderen Dopingsubstanzen. Doping im Bodybuilding ist weit verbreitet.

Ein sehr bekannter internationaler Bodybuilding-Wettbewerb ist zum Beispiel das Olympia Fitness & Performance Weekend. Keiner, der an diesem Wettkampf teilnimmt, ist noch auf irgendeine Weise „natural“.

Alle verwenden illegale Dopingsubstanzen – anders kann man diese Wettkämpfe mittlerweile einfach nicht mehr gewinnen. Jeder weiß es, niemand redet offen darüber.

Man könnte „richtige“ Bodybuilder daher als extreme Randgruppe bezeichnen.

Fitness: Gesundheit & Ästhetik

Zwei Fitness Models posieren in einem Raum voller Nebel

Das Ziel von Fitness-Sportlern ist, wie der Name schon andeutet, typischerweise fit zu sein. Fitness hat aber viele unterschiedliche Bedeutungen und jeder versteht ein bisschen was anderes darunter.

Für die meisten Sportler ist Fitness eine Mischung aus Gesundheit und Ästhetik. Für den einen bedeutet das zum Beispiel, zweimal die Woche joggen zu gehen und ab und zu im Fitness-Studio Gewichte zu heben. 

Für einen anderen beinhaltet es einen muskulöse Strandfigur zu haben und trotzdem am Wochenende die Ausdauer für eine 4-stündige Wanderung zu haben. Für wieder andere ist Fitness eine Art abgeschwächtes Bodybuilding, denn sie interessieren sich für Muskelaufbau, treiben es aber weit nicht so sehr auf die Spitze wie Bodybuilder.

Das sieht man auch daran, dass die meisten Fitness-Sportler ohne Doping auskommen. Ein ästhetischer Körper ist zwar wichtig, aber Muskelmasse ist nicht ihr einziges Ziel.

Davon abgesehen möchten sie sich trotzdem ab und zu ein Eis gönnen, am Wochenende Fußball spielen und anschließend ein paar Bier trinken. Der Lebensstil dreht sich nicht ausschließlich um den Sport.

Fitness-Sportler können sich aber ähnlich wie Bodybuilder kontinuierlich steigern wollen, um weiter Muskeln aufzubauen. Vielen ist der Aufwand und das intensive Training aber auch zu viel, sodass sie sich nicht so sehr auf ihre Progression im Training konzentrieren.

Die Formung des Körpers ist hier eher ein Nebenprodukt, das zwar Teil der Zielsetzung sein kann, aber eventuell von anderen Wünschen wie Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Beweglichkeit verdrängt wird.

In Sachen Ernährung reicht es als Fitness-Sportler im Normalfall daher auch aus, einen groben Überblick über die aufgenommenen Kalorien zu haben und auf die Ernährung generell sowie insbesondere eine eiweißreiche Ernährung zu achten.

Der Großteil der „normalen“ Fitness-Sportler weiß nicht einmal, wie viele Kalorien sie heute oder die gesamte Woche schon gegessen haben. Sie wissen auch nicht, ob sie überhaupt genügend Eiweiß bekommen. Trotzdem möchten sie in Form kommen – und das schaffen sie auch. 

Nach einer gewissen Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Ernährung, für unterschiedliche Lebensmittel und ihre Kaloriendichte, wie viel Protein etwas hat und vieles mehr.

Natürlich gibt es auch professionelle Fitness-Models, die sich auch auf Wettkämpfen messen, strikte Diäten durchziehen und eventuell sogar Dopingmittel einsetzen.

Fitness und Bodybuilding sind nicht komplett voneinander separierbar. Wenn man sich die Mehrheit der Bodybuilder und Fitness-Sportler anschaut, lässt sich aber eine Abstufung erkennen, was Fitness und Bodybuilding dann doch stark voneinander abgrenzt. 

Kraftsport: Kraft maximieren

Powerlifter führt auf einer Bühne schweres Kreuzheben aus

Während Bodybuilding und Fitness sich noch in vielen Dingen überschneiden, ist beim Krafttraining die Zielsetzung, möglichst stark zu werden.

Hier sind Zuwächse der Muskeln eher ein Nebenprodukt. Die Ästhetik ist beim Kraftsport nicht Kern des Trainings. Das sieht man auch daran, dass die meisten Powerlifter, Weightlifter oder Strongman zwar massig, aber kaum definiert sind und relativ hohe Körperfettanteile haben. So können sie mehr Leistung erbringen.

Die Größe und Form der Muskulatur ist nebensächlich, die Funktionalität und das Heben bzw. Drücken möglichst schwerer Gewichte steht im Zentrum des Trainings.

Kraftsportler verwenden dazu andere Trainingssysteme, trainieren zum Beispiel in den unteren Wiederholungsbereichen zwischen 1-5 Wiederholungen und führen hauptsächlich Grundübungen bzw. Mehrgelenksübungen für den Kraftdreikampf aus. Dazu gehören Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben (in dieser Reihenfolge bei Wettkämpfen ausgeführt).

Auch die Technik der Übungen unterscheidet sich. Bodybuildern geht es darum, Schäden im Muskel anzurichten, sodass dieser einen Grund hat zu wachsen. Die Spannung soll dabei möglichst lange auf dem Muskel bleiben. Zu diesem Zweck werden die Wiederholungen sauber und kontrolliert ausgeführt.

Kraftsportler rekrutieren während der Übung so viele Muskeln wie möglich, um die Übung möglichst schwer auszuführen. Sie versuchen nicht, einzelne Muskeln zu isolieren sondern streben eine möglichst gute Zusammenarbeit ihrer einzelnen Muskelgruppen an. Sie haben außerdem strenge Vorschriften für die Übungsausführung und nur Wiederholungen, die einem bestimmten Schema entsprechen, werden gezählt.

Hier gibt es auch schon einen weiteren Unterschied: Powerlifter zum Beispiel führen die Übungen live vor einer Jury aus. Bodybuilder studieren eine Performance ein, die sie der Jury vorführen. 

Fazit

Natürlich ist nicht immer alles Schwarz und Weiß. Viele Bodybuilder interessieren sich ebenfalls für ihre Gesundheit – selbst diejenigen, die „nachhelfen“. Auch Kraft kann für Fitness-Sportler und Bodybuilder interessant sein. Genauso können Kraftsportler an mehr Muskeln interessiert sein.

Training mit Gewichten wird vor allem an Anfang immer auch Kraftsteigerungen mit sich bringen.

Jeder Kraftsportler wird durch sein Training auch Muskeln aufbauen.

Während es also unwahrscheinlich ist, Kraft oder Muskeln komplett getrennt voneinander aufzubauen, ist es möglich, sich auf eines der Ziele zu konzentrieren.

Bodybuilding, Fitness und Kraftsport unterscheiden sich grundlegend in der Zielsetzung der Athleten. Während Bodybuilding sich mit dem Aufbau maximaler Muskelmasse beschäftigt, dreht sich beim Kraftsport alles um die (Maximal-)Kraft. Fitness kann dazwischen liegen, bildet meist eine Mischung aus Ansätzen aus dem Bodybuilding und Training für verbesserte Kondition – hier steht die Gesundheit im Vordergrund. 

Über den Autor
Kai Bader
Kai Bader

Kai startete Fitness Insights im Dezember 2019, um die Fitnessindustrie aufzumischen. Sein Ziel: Wissenschaftlich fundierte Informationen rund um die Themen Muskelaufbau und Ernährung verständlich aufbereiten.

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